Rhabarberzeiten, juchhu. Ich freue mich jedes Jahr auf dieses säuerliche Gewächs, das unfassbarer Weise gar kein Obst, sondern Gemüse ist. Und jedes Jahr aufs Neue denke ich: den könnte ich doch mal selber im Garten anbauen! Aber (wie jedes Jahr) habe ich es auch in diesem Jahr nicht geschafft, selbst angebauten Rhabarber ernten zu können.
Erinnert Ihr mich bitte im Herbst daran? Ich selber tüddel mir jetzt sofort einen Knoten in Taschentuch, Finger, Bluse und Kalender, um das Anpflanzen im September nicht wieder zu vergessen. Denn Rhabarber geht hier weg wie die warmen Semmeln. Vielleicht muß ich meinen Blog im April und Mai leider in Rhabarber, Rhabarber und Liebe umbenennen <3

Die Herren der Schöpfung unter meinem Dach musste ich zwar erst überzeugen, aber klammheimlich über die Jahre sind sie große Rhabarberfans geworden und fragten letztes Wochenende zaghaft an, ob denn jetzt nicht Rhabarberzeit sei. Man könnte doch mal langsam… und so weiter.
Gesagt, getan, ganz uneigennützig (natürlich) habe ich mich in mein erstes Rhabarbervergnügen 2013 gewagt.
Das Grundrezept für den gezogenen Strudelteig fand ich beim Stöbern auf der Edeka Rezepteseite, auf der ich übrigens den Saisonkalender sehr schätze! Kennt Ihr den schon? Einfach einen Monat anklicken und sehen, was gerade heimisch wächst oder aber nach einem Obst bzw. Gemüse suchen und erfahren, wann uns Mutter Natur damit beglückt. Klasse Idee!
Ich hatte letztes Jahr schon einmal einen Strudelteig selber gemacht und wollte es in diesem Jahr mit einem weiteren Rezept umsetzen, das wunderbar funktionierte.
Faszinierend, was 10 Minuten Knet-Workout am Strudelteig aus den wenigen Zutaten bewirken: hochelastisch wird der Teig und das ist auch notwendig, damit man ihn so ausziehen kann. Er sollte gleichmässig so hauchdünn sein, dass man durch ihn eine Zeitung lesen könnte und darf nicht reissen. Am besten also einen Lieblingsmenschen schnappen, der gerade in der Nähe ist und gemeinsam vierhändig am Teigziehen arbeiten. Paartherapeutisch so wertvoll wie das gemeinsame Zusammenbauen eines schwedischen Schuhschranks im übrigen. Hungrige Kuchenliebhaber werden sich jedoch sicher gerne bereitwillig als Assistenten opfern.

Aus dem vom Einkauf entführten Rhabarber wurde also ein zarter Vanillequark-Rhabarberstrudel, der so schön zum April passt und mir Vorfreude auf Garten und Frühling macht. Ach ja, auch auf Erdbeeren, aber auf die warten wir lieber noch etwas.
Vanillequarkstrudel mit Rhabarber (nach einem Strudelteig-Grundrezept von Edeka)
150 g Mehl
1 Prise Salz
2 EL Pflanzenöl (plus etwas mehr zum Einpinseln des Teiges)
80ml Wasser
3 EL zerlassene Butter
3 Stangen Rhabarber
250g Quark (20% Fett)
3 EL Vanillepuddingpulver (zum Kochen)
75g Zucker
1/2 EL Maisstärke
1 Eigelb
ein paar Esslöffel Semmelbrösel
1. Mehl in eine Schüssel geben und in die Mitte eine Mulde drücken. Salz und Öl hinzufügen und mit der Hand verrühren.
2. Dann peu a peu Wasser hinzufügen und alles verkneten. Den Teig nun auf einer bemehlten Oberfläche weiter kneten, bis er elastisch und ein bisschen gummiartig ist. Nur so wird er dehn- und ausziehbar. Nicht aufgeben, das kann seine 10 Minütchen dauern. Den Teig nun rundherum mit etwas Öl einstreichen, damit er keine Haut zieht. Ca. 30 Minuten lang ruhen lassen.
3. Ofen auf 200°C Ober- und Unterhitze vorheizen. Rhabarber vom Grün und der faserigen Haut befreien und in Würfel schneiden. Mit der Hälfte des Zuckers bedecken und beiseite stellen.
4. Aus dem Quark, restlichen Zucker, Vanillepuddingpulver, Stärke und Eigelb eine Creme mischen.
5. Nun die Arbeitsfläche für das Ausziehen des Teiges vorbereiten. Zunächst ein Tuch auf die Fläche legen, dann mit Mehl bestauben und den Teig so weit wie möglich rechteckig ausrollen. Jetzt kommt der Clou: ein Strudelteig muss ja ganz dünn und durchschimmernd sein. Dafür am besten mit zwei Personen arbeiten. Die Handrücken etwas bemehlen, unter den Teig greifen und gleichmässig von der Mitte nach außen ziehen, bis man hindurch sehen kann.
6. Den Teig dann mit zerlassener Butter bepinseln und mit Semmelbröseln bestreuen. Die Vanillequarkmischung auf die untere Hälfte geben, Rhabarber darüber streuen (dabei bitte etwas Rand lassen) und alle vier Ränder nach innen einschlagen.
7. Den Strudel nun von der kürzeren Seite her mithilfe des Tuchs vorsichtig aber eng aufrollen. Er soll fest und kompakt sein ohne zu viele Leerräume.
8. Den Strudel nun auf ein mit Backpapier belegtes Blech legen, erneut mit flüssiger Butter bestreichen und ca. 30 Minuten lang backen.
9. Mit Puderzucker bestreut zu Sahne, Vanilleeis oder Vanillesauce servieren.
Ich werde sicher noch sehr viel mehr Rhabarber in diesem Jahr verbacken. Letztes Jahr habe ich Rhabarber Mini Handpies daraus gemacht, mir schweben gerade noch so viele Ideen vor, wie man dieses feine Gewächs in sonntagssüsse Backwaren einbauen kann.
Habt den besten frühlingsstartenden Sonntag, Ihr lieben!
All the love in the universe,
Jeanny


























