
Wie oft stand ich in einem meiner Lieblingseinrichtungsläden in Bremen (dasSummerhouse) eigentlich schon vor diesem Regal mit Gefäßen und Vasen unterschiedlichster Formen und Größen, schön sortiert nach Farben? Immer wieder. Überhaupt. Kollektionen ziehen mich magisch an. Viele Dinge in einer Farbe oder ein und das gleiche Ding in verschiedenen Farben üben eine Anziehungskraft auf mich aus, die ich kurz mit “das ist so schön, daß ich es am liebsten ESSEN würde” beschreiben möchte. Der Blog Collection a day gehört daher wohl zu meinen absoluten Lieblingen. Hier wurde ein Jahr lang jeden Tag ein Bild eingestellt mit einer Sammlung trivialster Dinge wie Wäscheklammern oder Geschenkbandschleifen. Ihr könnt Euch vorstellen, daß ich jeden Tag fasziniert vor dem Bildschirm klebte und mich über die vielen Sammlungen toller Dinge freute.

Vielleicht wirft es ein etwas fragwürdiges Licht auf mich, wenn ich mich an dieser Stelle oute: In unserem vorherigen Zuhause hatte ich alle Bücher nach Farbe sortiert. Auf meinem neuen Schreibtisch steht eine Töpfchen voller weißer Knöpfe in unterschiedlichen Größen und unterschiedlichster Textur. Alte Garnspulen zieren mein Bilderregal und Holzkochlöffel groß und klein jung und alt bereichern meine Küchenablage. Und dann diese Vasen und Gläser und Töpfe im Einrichtungsgeschäft. Wenn ich mir alle kaufte, würde kein Geld mehr übrig bleiben für so-sicher-wie-das-amen-in-der-kirche-bevorstehende-Sommerkleidcheninvestitionen. Und dann in einer schlaflosen Dr. Meier durchtränkten Nacht erinnerte ich mich, vor Jahren in dem Martha Stewart Magazin “Living” über ein Do-it-Yourself Projekt gestolpert zu sein, welches meinen Geldbeutel SO WAS von schonen würde. Denn für dieses Projekt hatte ich wirklich alles im Haus, schon da, alles bereits abgeschrieben und nur noch auf einen gebührenvollen Einsatz wartend.

“Es gibt nichts Gutes, außer man tut es” heißt es ja so schön und ich habe es getan. Hier ist es, das DiY-Vasenprojekt. Das ich mir auch sehr gut in verschiedenen Zartblautönen oder Rosa vorstellen kann. Oder auf einer Gartenhochzeit als Centerpieces auf den Eichentischen. Einfach kleine verschiedene Blümchen reinstecken. Ein süßer kleiner Hingucker. Ganz einfach noch hinzu: Hier kamen Nutellagläser (schnell noch leer gemacht, nichts lieber und leichter als das, oder?), Marmeladengläser, Joghurtgläser (Joghurt aus Gläsern rocks!), Orangina-Flaschen, Apfelmusgefäße und Trinkgläser zum Einsatz.

Wider Erwarten werden diese nicht angesprüht oder von außen angemalt, sondern mit ganz regulärer überallerhältlicher Dispersionsfarbe aus dem Baumarkt gefüllt. Toll da schneller fest ist auch Lackgrundierung, die es in verschiedenen Farben gibt. Durch die Beschichtung von innen statt von außen wirkt die Farbe schön gleichmäßig und eben. Die Dispersionsfarbe kann man auch schön mit Abtönfarbe in verschiedene Farbstufen mischen.

Die Farbe in das Gefäß geben und ganz schnell schwenken, drehen, schütteln (dann aber das Verschließen bitte nicht vergessen, meine Lieblingsjeans hat es nämlich leider ganz schön erwischt). So lange, bis kein Fleckchen mehr unbemalt ist. Dann trocknen lassen, was zugegebenermaßen einen ganzen Tag dauerte. Dabei aber auf keinen Fall auf die Heizung stellen. Gibt Risse. Falten. Bröckelt. Nicht schön. Dann mit Wasser befüllen, was der Farbe gar nichts ausmacht (wer – wie ich – seine Lieblingsjeans schon mal unfreiwilligerweise mit Dispersionsfarbe verziert hat, wird wissen, was ich meine. Wasser macht Dispersionsfarbe nur noch störrischer und scheinbar unkaputtbar).
Dann zum Blumenhändler Eures Vertrauens eilen, Blümchen kaufen und auf die verschiedenen Gefäße aufteilen.

Das Vasenprojekt hat wirklich Spaß gemacht. Und gefällt sogar meinem Mann, der beim kläglichen Versuch meiner, ihm dieses Projekt vorher zu erklären, erst mal ungläubig mit den Augen gerollt hatte. Überzeugen und begeistern konnte ihn allerdings von der ersten Minute an das Argument, ich könne die Vasen natürlich auch in meinem Lieblingseinrichtungsladen kaufen. Für huiiiiii viele Euros.
Einen wundervollen Tag Euch,
all the love in the universe,
Jeanny
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