
Ein ganz sehnsuchtsvoller Traum ist das. So sehnsuchtsvoll, daß er sich auf keinen Fall erfüllen darf, weil ich ihn sonst nicht mehr träumen könnte: Der Traum vom petit Jeanny-Café. Würde vielleicht “Little Pancakes” heißen. Hierin: Ganz viel rosa und mint, natürlich ein schöner Tresen und eine alte Vitrine, in der sich tolle Vintage Kuchenplatten und Tortenständer Guten Morgen sagen. Und auch wieder Gute Nacht, weil sie glücklich und CupcakeMuffinWhoopiepieSchokokuchenCarrotteilchen-befüllt waren. Weil sie glückliche Naschgesichter sehen konnten. Natürlich trage ich jeden Tag eine andere pastellige Schürze und eine Vintagefrisur. Ich backe, was die Saison und meine Zuckerlust hergibt, bediene charmante Gäste, tanze mit den Nachbarn in der Küche und stelle allmorgendlich wunderschöne Wiesenpflücksträuße auf die alten Holztische.
Und dann passierte es: Aus einer nächtlichen Mädchenschnack-spontanen Idee entstanden, durfte ich gemeinsam mit meinen zuckersüßen, allerliebsten Herzensmädchen Swanni und Frauke das allerliebste kleine Lokal stürmen, das Hamburg zu bieten hat: die Tarterie St. Pauli.
Erfüllung unseres Träumchens für einen Nachmittag: mit pastelligen Schürzen umwickelt durften wir hier backen, was der Ofen hielt. Red Velvet Cupcakes, Swannis heavenly Amarettini (Rezept aus der LECKER! Dezember-Ausgabe 12/2011), Raffaello Cupcakes und den wahnsinnig guten Guinness Chocolate Cake rührten wir zusammen. Freuten uns über die vielen Gäste und genießenden Zuckerwerkliebhaber. Lachten, sangen, schnackten miteinander, wirbelten wie Backfeen durch die Küche und grinsten wie die Honigkuchenpferde hinter dem süßen Tresen der Tarterie. Wer die Tarterie St. Pauli noch nicht kennt, sollte sich schnell die Schuhe anziehen, die tollsten Freunde einpacken und hier einkehren.
Warum wir es hier so traumhaft finden und immer wieder kommen? Es IST hier einfach schön und man ISST hier unfassbar gut. In der Tarterie zu gastieren ist fast so, als würde man im gemütlichen Wohnzimmer seiner besten Freundin sitzen, denn bei der Einrichtung war ganz viel Amour am Werk: alte Holztische, helles Ambiente, zuckersüße Deko, französische Musik, Kerzen in alten Weinflaschen und Kräutertöpfchen auf einem alten weißen Piano.
Könnte glatt mein Jeanny-Traumlädchen sein, denn hier ist es so nett, daß man am liebsten morgens Croissants frühstücken, etwas vom täglich wechselnden Mittagstisch bestellen und dann bis zum Abend ausharren möchte, um eine der sündhaft leckeren Quiches und Tartes einzunehmen, die Tarterie-Chef Fabio Häbel direkt mit Blick-, Sicht- und Schnackkontakt hinter dem Tresen zubereitet. Man muß sich dann allerdings aus den vielen zauberhaften Speisen entscheiden können. Denn knurrt Euer Magen auch so wie meiner gerade, wenn Ihr diese beispielhafte Tagesmenüpunkte lest: Pasta mit Walnut, Spinat und Roquefort, Pariser Hackstulle, überbackener Fenchel mit Grand Marnier und Comté, Ziegenkäse im Speckmantel auf Linsensalat? Nicht zu vergessen die täglich wechselnden Suppen sowie Flammkuchen und Omelettes?
Also: Unbedingt hier einkehren und speisen, Ihr Hamburger, Gastrofans und Hamburg-Besucher. Ihr werdet immer wiederkommen, so wie wir. Vielleicht auch an einem der Musikabende, die an verschiedenen sonntäglichen Terminen ab 18 Uhr stattfinden und neben Fabios gigantisch gutem Essen auch Musik von frischen Nachwuchstalenten in unsere Herzen bringen.
Es war uns eine außerordentliche Freude, hier unsere rosa Rührlöffel schwingen zu dürfen. Danke, liebe Tarterie St. Pauli.
Tarterie St. Pauli
Paul-Roosen-Str. 31
22767 Hamburg
http://www.facebook.com/tarterie
All the love in the universe, ich träume jetzt noch ein bisschen weiter…
Jeanny
Bilder: Tarterie St. Pauli & Virginia Horstmann