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Ich bin leider nicht so ein begabtes Accessoire-Mädchen. Liebe meine Kleider und dazu Schuhe, wenn die Tasche dazu passt, habe ich auch nichts dagegen einzuwenden. Aber passende Ohrringe? Gürtel oder Armbänder? Bling und Nagellack? Nicht mein Kiez. Es gibt sehr müde Morgen, an denen ich froh bin, dass ich nicht zwei unterschiedliche Ballerinas angezogen habe in noch nächtlicher Umnebelung.
Meist heißt es schnell zum Kindergarten und danach zur Post oder ähnlich und wenn ich mir noch Gedanken über Klimbim machen würde, kämen der kleine Herr und ich wohl erst kurz vor Mittag im Kindergarten an. Nicht, daß ich das nicht schön fände. Ich bewundere es, wie leicht es Freundinnen von den Händen geht, etwas Nettes auszusuchen, das ein Kleid zum perfekten Modeensemble werden lässt. Es fällt mir nur nicht so locker flockig aus den Fingern. Seit heute Mittag habe ich es jedoch endlich gefunden, mein Lieblings-Accessoire des Sommers, geht doch! Nicht in einem Modemagazin oder beim Schlendern durch die Stadt, es kam einfach so aus meinem Ofen. Passt wunderbar zu meinem weißen, luftigen Lieblings-Sommerkleidchen. Rot-weiss, fruchtig. Mit einer kleinen Schicht karamellisierten braunen Zuckers obenauf. Cremig. Himbeeren mit Crème fraîche und braunem Zucker, der sich unterm Ofengrill über die Crème legt wie ein süßer Traum. Der Löffel taucht zunächst in die warme süße Zuckerkruste ein, freut sich dann über die erfrischende, leicht säuerliche Crème fraîche und entdeckt am Boden der Schale frische, pralle Himbeeren.
Eine lovely Liebesgeschichte! Karamellisierte Crème fraîche und Himbeeren sind wohl das Kate and William der kleinen Sommerdesserts und so einfach, dass ich mich kaum traue, die Zubereitung hier zu erläutern. Nicht sonderlich pitoresk, aber bestimmt dafür zehnfach lecker.Ihr schnappt Euch knackerote frische Himbeeren (meine wurden von Chef-Pflücker und Minigartenbesitzer Little H persönlich herangezogen), verteilt sie auf ofenfeste Schälchen, bedeckt sie mit Crème fraîche, Crème legere oder Schmand, streut eine dichte Schicht braunen Zuckers obenauf und karamellisiert diesen unter dem vorgeheizten Backofengrill. Das dauert nur ein paar Minuten und am besten, man hat ein Auge darauf. Das braune Schmelzen kann sich nämlich von einer auf die andere Sekunde ganz schnell in etwas ZU braun und knusprig wandeln.Dann aus dem Ofen holen und unbedingt sofort essen. Ich verrate Euch was: mein Schälchen sieht danach fast so aus, als sei es unbenutzt. Bis zum letzten cremigen Tröpfchen genossen und leergefegt. Und dann ruft es: “NOCH MAL”. Wenn man so nett gebeten wird, wer könnte da schon “Nein!” sagen?Habt einen strahlenden Sonntag, Ihr süßen Genießer.

All the love in the universe,
Jeanny im Sommerkleidchen mit Himbeerschälchen und ganz viel Amore im Herzen.

P.S.: Gerne statt braunen Zuckers auch Zimt-Zucker nutzen.
P.P.S.: Ja, das geht auch mit dem Küchenbunsenbrenner statt im Ofengrill.

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