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Überall blitzen sie uns gerade entgegen die hübschen roten Rhabarber-Sträuße. Aus dem Garten, am Markt, aus den Frauenzeitschriften im Kochressort. Tolles Gemüse! Schön säuerlich und auch wenn man daraus etwas Süßes zaubert, die Säure blitzt dann zwischen dem ein und anderen Bissen doch immer mal durch und kitzelt die Zunge. Vielleicht ist das medizinisch unüblich und betrifft nur mich, aber bei mir prickeln dann sogar die Kiefergelenke. Wie dem auch sei, ich halte das nicht für behandlunsbedürftig, sondern erfreue mich ruhig weiter an den roten Rhabarberstangen. Beispielsweise als Kompott mit Schlagsahne-Fool, in Cupcakes, gepaart mit Erdbeeren in einem Marmeladenglas oder eben innerhalb schneller Blätterteig-Teilchen.

Handpies? Kuchen für “schnell auf die Hand” würde ich mal frei übersetzen wollen und in Klammern dahinter setzen: “die so was von einfach und schnell gemacht sind, daß niemand eine Ausrede finden kann, diese nicht backen zu können”. Punkt. Sogar mein Mann, wie so viele andere Männer eher Rhabarber-avers, hat den Michael Schumacher-Daumen nach oben gezeigt und ich würde behaupten, die kann man nicht nur schnell auf der Hand essen sondern auch nett zu einem Picknick am See mitbringen.
Wenn ich hineinbeiße, denke ich sofort an einen Besuch bei Freunden am Tegernsee. Dort habe ich zum ersten Mal Rhabarberschorle mit Blick auf die Berge genossen und fröhlich gelaunt der Sonne erlaubt, mir Sommersprossen auf die Nase zu zeichnen.

Rhabarber-Handpies
Zutaten (für 8 Stück)

1 Rolle Blätterteig aus dem Kühlregal
ca. 4 Stangen Rhabarber
120g Zucker
1 Msp Zimt
1 EL brauner Zucker
1 Ei
1 TL Wasser

1.) Ofen auf 200°C Ober- und Unterhitze vorheizen.
2.) Rhabarber säubern, von den (giftigen!) Blättern befreien und in 0.5×0.5cm große Würfel schneiden. Mit 120g Zucker bei mittlerer Temperatur im Topf köcheln lassen, bis der Rhabarber Saft zieht. Er sollte noch nicht zerfallen, nur weicher werden und Saft freigeben. Dabei ab und an umrühren. Dann vollständig abkühlen lassen.
3.) Währenddessen Blätterteig aus dem Kühlschrank nehmen und erst 10 Minuten lang temperieren lassen, bevor man ihn ausrollt.
4.) Aus dem Kreis mit einem Glas oder einem Dessertring acht Kreise ausstechen. Etwas Rhabarber samt Saft in die Mitte geben und den Kreis dann zuklappen.
5.) Die so entstandenen Halbkreise sodann mit einer Gabel zusammenzwicken und mit einer Mischung aus dem verquirlten Ei und Wasser bestreichen. Mit braunem Zucker bestreuen und ca. 10-15 Minuten lang im Backofen backen.
6.) Am besten noch warm genießen (kalt schmecken sie aber auch fabelhaft) und wer mag, pudert noch Puderzucker darüber.Habt einen zucker- (oder rhabarber-) süßen Sonntag, Ihr lieben.
Lege mich jetzt auf die Couch mit Rhabarberteilchen und der neuen Lantliv bewaffnet. Bequemes Kissen, weiche Decke, draußen Regentröpfchen, die manchmal langsam, manchmal blitzschnell das Fenster hinunterflitzen.

All the love in the universe,
Jeanny

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