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Als ich während des Studiums nach Boston zog, hatte ich ein ziemlich genaues Bild davon, wie es werden sollte, mein vorübergehendes Leben in den Staaten. Durch Neuenglands Wälder wandern gehen, auf Martha’s Vineyard in einer Sonnenliege liegen, im Indian Summer leafs peepen (also rote Blättermeere bestaunen) und jeden Morgen Pancakes essen. Weil das in amerikanischen Serien und Familienfilmen oft so war, oder? Mutti wendet jeden Morgen 25 Pancakes und Bacon, während die Familienbande am Küchentresen schon begierig darauf wartet und dann schließlich mit Pancakes in den Händen bewaffnet zum gelben Schulbus rennt.Realistisch betrachtet mußte ich mir die Pancakes in meiner WG dann doch selber machen, Mutti war ja in Deutschland und schon lange nicht mehr für meine Nahrungsversorgung zuständig. Ich sperrte Augen, Mund und Ohren auf. Sagenumwobenes Frühstücksgebäck, do’s and don’ts, Buttermilch oder Milch, Natron oder Backpulver, jeder scheint an seinem persönlichen Geheimrezept festzuhalten. Ich habe alles gehört und viel getestet.
Eine meiner Lieblingsvariante folgt hier. Und als hätte man es erahnen können: diese inkludiert Zimt (und Zucker und Liebe). Einzeln genossen wie Hefeschneckchen schmeckend oder als Pfannkuchen-Kuchen aufeinandergestapelt – ein Traum am Sonntagmorgen.Ich bin ja Mutti und mach jetzt einfach mal Pancakes für Euch:

Zimt-Pancakes mit Buttermilch (für ca. 16 Stück, je nach Größe, basierend auf dem Pancake Grundrezept von Cynthia Barcomi)
Rezept hier als pdf herunterladen
Zutaten:

180g Mehl
1/2 TL Backpulver
1/2 TL Natron
3 EL Zucker
1-2 EL Zimt (je nach Geschmack)
eine Messerspitze gemahlener Ingwer
1/2 TL Salz

250ml Buttermilch
30g Butter, geschmolzen
2 Eier

1.) Alle trockenen Zutaten und flüssigen Zutaten getrennt voneinander mischen.
2.) Trockene Zutaten zu den flüssigen geben und mit einem Kochlöffel gut vermengen. Aber: nicht zu stark rühren, nur so lange, bis der Teig vermengt ist, sonst werden die Pancakes das Gegenteil von fluffig: platt und trocken.
3.) Eine Pfanne erhitzen und mit einem Stück Butter ausstreichen. Dann portionsweise Pancakes hineingeben. Ich benutze dafür immer einen Eisportionierer, um zumindest annähernd gleich große Pancakes zu bekommen. Pro Pancake ca. 1/2 Löffel voll.
4.) Wenden, wenn kleine Blasen an der Oberfläche zu sehen sind und sich der Pancake leicht wenden lässt. Einfach mal an der Seite mit einem Pfannenwender kurz hochklappen, dann merkt man das schon. Für mich übrigens die größte Herausforderung: Das Wenden von Pfannkuchen. Ich bin da ein Unfallexperte und überlasse das Wenden gerne dem Gatten.
4.) Pancakes aufeinander stapeln.
4a) Am besten, alle Esser sitzen schon Serviettenbehangen und mit Gabeln bewaffnet am Tisch.
5.) Aus 80g Puderzucker und ganz wenig Milch eine Zuckerglasur anrühren. Ist sie zu flüssig, einfach mehr Puderzucker dazu geben. Ist sie zu dick, einfach mehr Milch einrühren. Easy. Über die Pancakes geben, dann mit Zuckersternen, bunten Streuseln Funfetti-Style, gehackten Sahnekaramellbonbons oder Schokoladenraspeln garnieren und anschneiden. Alternativ kann man auch gerne Ahornsirup darüber fliessen lassen.
6) Sollte sich ein Geburtstagskind unter den Gästen befinden, schnell noch eine Kerze obenauf setzen, anzünden und den Pancake-Stapel zum Geburtstagstörtchen machen.
7.) Dazu passt hervorragend ein kaltes Glas Milch, finden die Horstmanns.Pancake-Frühstück ist eine wunderschöne Sache am Sonntagmorgen. Ein schönes Ritual, denn wenn die Familie es schon einmal schafft, gleichzeitig zu frühstücken, darf es auch gerne besonders genussvoll und schlemmerhaft werden. Was gibt es bei Euch zum Frühstück, wenn Ihr Sonntagsmorgen zusammen sitzt?
Was es heute Süßes bei den anderen Teilnehmern der sonntagssüßen Runde gab, findet Ihr wie jeden Sonntag hier.

All the love in the universe,

Jeanny

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