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Was hier folgt, ist eine kleine Geschichte vom hässlichen Entlein, ein Hans Christian Andersen-Märchen für süße Backwaren. Denn in meinem Vorratsschrank neben hübschen Zuckerperlen und Marzipan, Gläsern gefüllt mit saftigen roten Schattenmorellen und hübsch verpackten Risottoreis-Päckchen aus dem letzten Italienurlaub stand sie, die kleine Dose gefüllt mit Dosentomaten. Unscheinbar und der Papierwickler durch die lange Reise von San Marzano nach Bremen schon etwas zerfleddert. Immer wieder übersehen und immer weiter in die hintere Ecke der Schublade gerückt. Bis es geschah: Aus der kleinen Tomatenbüchse wurde ein kleines hübsches Prinzesschen-Törtchen mit cremigem perlmuttfarbenen Frosting und Zuckerschmuck. Sind wir jetzt dramaturgisch bei Aschenputtel gelandet? Auch gut.

Was ich Euch nämlich eigentlich erzählen möchte: Dieser Prinzesschenkuchen wurde in einer Dose gebacken, die vorher Tomaten aus San Marzano beherbergt hatte. Ja, so eine aus dem Supermarkt, die man doch ab und an praktischerweise benutzt, weil die Tomaten darin immer noch schmackhafter und schöner sind als die meisten aus dem Supermarkt. Zählt das schon zu Recycling? Gut für meinen biologischen Fußabdruck?
I like.

Warum ich das gemacht habe, wo ich doch – wie man sich denken kann – Muffin-, Cupcake-, Minidonut-, Minigugelhupf-, Minikastenformen in Hülle und Fülle habe?
Ich liebe die Größe dieses Küchleins. Es sieht – anders als Cupcakes – schon richtig aus wie ein Kuchen, eben nur en miniature. Es hat ein wunderschönes Format, wenn man jemandem eine petite Freude machen möchte. Wenn jemand Geburtstag, aber keinen großen Hunger hat. Wenn man jemandem einen Kuchen backen möchte, aber nicht mehr genug Eier für einen großen Batzen im Kühlschrank findet. Und wenn ich ehrlich bin: Der Anblick dieses Miniaturkuchens nährt auch ein bisschen mein romantisches Jeanny-Mädchenherz.
Und das Bezaubernde kann ja manchmal so einfach sein:

Prinzesschenkuchen aus der Konservendose a la Jeanny (für zwei süße Kuchen)
Zutaten:

  • 60g Mehl
  • 70g Zucker
  • 3/4 TL Backpulver
  • eine Prise Salz
  • 20g zimmerwarme Butter
  • 60ml Vollmilch
  • 1 Ei
  • etwas Vanille-Extrakt

1.) Mittelgroße Konservendosen (piepegal, was da vorher drin war) sowohl vom Deckel als auch Boden befreien. Achtung, Fingerchen! Am besten geht das mit den elektrischen Dosenöffnern, welche Dosen kantenfrei öffnen. Dose vollständig reinigen und trocknen lassen. Dann buttern oder mit Backspray aussprühen.
2.) Zwei mal drei Lagen Alufolie auf ein Backblech mit Backpapier stapeln, die Konservendosen mittig darauf stellen und die Alufolie an den Seiten der Dosen schön feste andrücken. Man umwickelt sie also von unten mit Folie, damit der Teig nicht ausläuft (jetzt mag man sich fragen, warum die Dose überhaupt von unten geöffnet wurde. Antwort: Weil man den Kuchen sonst später nie wieder aus der Dose kriegen würde. Gell.).
3.) Ofen auf 170°C Ober- und Unterhitze vorheizen.
4.) In einer Rührschüssel Butter, Zucker, Mehl, Backpulver und Salz zu einer sandigen Masse verrühren. Die Hälfte der Milch hinzufügen. Die andere Hälfte der Milch mit dem Ei und dem Vanilleextrakt verquirlen und zum Teig geben. So lange mixen, bis sich eine homogene Teigmasse gebildet hat.
5.) Teig bis zur Hälfte in die Konservendosen geben und ca. 30 Minuten lang backen. Die Dauer hängt von der Größe und dem Durchmesser Eurer Dose ab. Aber keine Bange, der Stäbchentest sagt Euch, wann der Kuchen fertig ist. Alles wird gut!
6.) Aus dem Ofen holen und auskühlen lassen. Dann vorsichtig aus der Dose schieben.
7.) Nach Belieben mit Frosting versehen (mein Lieblings-Frosting-Rezept findet Ihr zum Beispiel hier) und hübsch dekorieren. Perlen, Schokoraspel, Kerzen … Oder einfach mit Zugerguß bzw. Puderzucker garnieren und verschenken.

Habt einen wundervollen Tag, morgen, zum virtuellen Kaffeeklatsch bei Sonntagssüß, ziehe ich meinen neuen Lieblingsrock (lang, Plissee, pink!) an und fühle mich wie eine Prinzessin, wenn ich den kleinen Kuchentraum vernasche.

Liebste Grüße und all the love in the universe,

Jeanny

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