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Frau Horstmann trainiert für Weihnachten. Weil schon aus Gründen des Familienfriedens, der Familienfreude und -eierkuchen am Heiligabend kulinarisch nichts schief gehen sollte. Die Poularde ist schon bestellt und wenn sie Glück hat, darf sie noch ein paar Wochen mit ihren Poularden-BFFs um den George Clooney unter den Hähnen schawänzeln und fröhlich Körner picken. Ich gehe hier ins Geflügel-Bootcamp, weil es bisher fast immer Rinderfilet gab am Heiligabend und wir zur Zeit zwecks Körpermassenreduktion zu Geflügelfans wurden. Wie passend, daß die so wunderbare Zeitschrift “lecker” im aktuellen Dezemberheft eine klasse Ofenpoularde á la Christian Rach präsentiert. Sehr easy vorzubereiten, ganz ganz wenige Zutaten. Während das Huhn im Ofen schmurgelt, bleibt genug Zeit zum Hübschmachen, Kindlein die Haare aus dem Gesicht kämmen, seliges Lächeln auflegen und Geschenke unter den Baum legen. Ein Rezept ganz nach meinem Geschmack: schmeckt wundervoll, sieht tipitopi aus und bedarf weniger Arbeitsschritte.

Zitronen-Kräuter-Poularde aus dem Ofen mit Parmesankartoffeln (aus der Zeitschrift Lecker Dezember 2010)

Rezept (für 4 Personen):

1 Poularde (ca. 1 1/2 Kilo schwer)
2 unbehandelte Zitronen
8 Knoblauch-Zehen (Robert Pattinson wird sie nach dem Verzehr also vermutlich leider nicht besuchen)
Thymian
4 Rosmarin-Zweige
800g mehligkochende Kartoffeln (alle etwa gleich groß, und zwar eher mittlerer Größe)
Olivenöl
60g flüssige Butter
40g geriebener Parmesan

1.) Ofen auf 200°C (Heißluft 180°C) vorheizen.
2.) Poularde säubern und gut mit Salz und Pfeffer würzen. Meiner Ansicht nach ruhig ordentlich würzen, damit man auch was schmeckt. Zitronen in Scheiben schneiden und die Hälfte Scheiben in die Poularde geben. 2 Zweige Rosmarin, 4 Zehen Knoblauch und etwas Thymian ebenfalls in das Geflügel stopfen. Keulen zubinden und ab auf ein Backblech (Backpapier unterlegen!). Restliche Zitronenscheiben, Kräuter und Knoblauch drumherum drapieren.
3.) Poularde für 20 Minuten im unteren Ofendrittel schieben.
4.) Geschälte Kartoffeln im mm-Abstand einschneiden, mit etwas Olivenöl einpinseln und salzen/pfeffern, nach den 20 Minuten zur Poularde geben und 30 Minuten weiterbacken.
5.) Kartoffeln mit der Butter bepinseln und mit Parmesan krönen, dann weitere 10-15 Minuten schmurgeln lassen.
6.) Ist die Poularde gar, aus dem Ofen holen und 5 Minuten ziehen lassen.

Dann schön servieren, dazu gab es bei uns Schmand mit Schnittlauch. Ich muß gestehen, wir hatten eine 2,5 Kilo Poularde erwischt. Die Beth Ditto im Hühnerstall sozusagen und die Garzeit, bis die geschlitzten Kartoffeln dazu kamen, um 30 Minuten verlängert. Das Fleisch war sehr sehr zart, die Haut golden und knusprig wie ein riesengroßer essbarer Schatz. Die Kartoffeln will ich ab heute nie mehr anders essen und die Generalprobe für Weihnachten ist geglückt. An Weihnachten – so vom Familienrat am Testmittagstisch besprochen – werde ich zusätzlich Karotten und Pastinaken zum Geflügel geben. Und als Nachtisch gibt es wie jedes Jahr Jeanny’s famous Adventstiramisu. Mit Spekulatius. Ein Nachtisch, den meine Gäste schon aus der Servierform ausgeleckt haben, ein echter kulinarischer Stern. Neugierig? Demnächst hier. Versprochen.

All the love in the universe,

Jeanny

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